Bernd KOLLER, 2021 Jetzt liegt nur noch an den Spitzen der Berge Schnee_2
- Künstler:innen
- Bernd KOLLER
- Titel
- Jetzt liegt nur noch an den Spitzen der Berge Schnee_2
- Jahr
- 2021
- Technik
- Öl auf Leinwand
- Dimensionen
- je / each 40 × 40 cm
- Objekttyp
- Werk auf Leinwand/Holz
- Artwork ID
- 150.9995.036a-c
- Foto
- FROESE, Rudi
Ausgangspunkt für dieses Werk war der Ort von Bernd Kollers Kindheit: Fusch an der Großglocknerstraße. Diese kleine Gemeinde im Salzburger Pinzgau hat eine lange touristische Tradition, wurde aber abgesehen von der Alpenstraße vom Massentourismus weitgehend verschont. Nach Recherchen in alter Reiseliteratur über diese Gegend begab sich Koller auf Wanderungen und suchte nach diesen und ähnlichen Motiven, entwarf Skizzen und fotografierte vor Ort. Der Werktitel „Jetzt liegt nur noch auf den Spitzen der Berge Schnee“ ist ein Zitat von einer historischen Postkarte aus dem Heimatmuseum Schloss Ritzensee in Saalfelden.
Koller interessiert sich darüber hinaus für die suggestive Wirkung von Wort und Schrift und will durch diese Kombination Betrachtende anregen, über Zitate und Bilder zu reflektieren. Die Zusammensetzung aus beidem in ein und demselben Werk, veranlasst einerseits sich mit dem Motiv als solches auseinanderzusetzen und andererseits den Bedeutungsgehalt vom temporären schmelzenden Schnee – sei es auf Grund der Jahreszeit oder gar klimabedingt – und die damit einhergehende Veränderung der Landschaft zu hinterfragen. Für den im Werk integrierten Schriftzug, hat Koller die Handschrift seiner 90-jährigen Großmutter einfließen lassen, indem er das Zitat mithilfe der Siebdrucktechnik auf die Malschicht aufbrachte. Das kann im Kontext der Zeit sehr unterschiedlich aufgefasst werden: während vor 100 Jahren der Verweis auf wenig Schnee, das Anbrechen der nächsten Jahreszeit ankündigte, würde man den Titel des Werks heute eher in Zusammenhang mit den globalen klimatischen Auswirkungen der Schneeschmelze bringen. Die vorliegende dreiteilige Arbeit aus der gleichnamigen Serie ist eine Art Veduten-Sammlung des Ortes seiner Kindheit, die jedoch aktuelle Bezüge herstellt und den Anspruch hat, über die Wechselwirkung zwischen Natur und Massentourismus zu reflektieren.
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